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Ein Haus als Altersvorsorge?

 

Im letzten Post hatte ich über die Vorteile eines Hauskaufes geschrieben. Diese sind wahrscheinlich sowieso auch jedem irgendwie bewusst. Banken und Anbieter von Bausparverträgen stellen durch ihr Marketing definitiv sicher, dass in jedem von uns irgendwo der Wunsch von den eigenen vier Wänden schlummert. Aber klappt das auch wirklich so, wie es dargestellt wird? Ein Haus bauen und alles wird gut? Das möchte ich heute einmal kritisch hinterfragen. Denn insbesondere das Motiv “Altersvorsorge” wird in meinen Augen häufig viel zu rosarot dargestellt.

 

Zunächst muss man sich absolut sicher sein, dass man einen wirklich sicheren Job hat. Denn wenn man berufsbedingt umziehen muss, kommt das Haus definitiv nicht mit! In diesem Fall ist man häufig gezwungen zu verkaufen, um sich am neuen Ort ein neues Haus leisten zu können. Das geht dann oft nur mit Verlust, da man eben mehr oder weniger sofort verkaufen muss und nicht warten kann, bis sich jemand findet, der bereit ist, den vollen Preis für das geliebte (ehemalige) Eigenheim zu bezahlen.

 

Gehen wir einen Schritt weiter auf der Zeitachse: Die Kinder sind erwachsen. Im Idealfall will genau ein Kind das Haus übernehmen. Man selbst zieht sich dann ein wenig zurück und gibt den Platz für die nächste Generation frei. Damit das klappt ist jedoch auch eine gewisse Disziplin erforderlich. Denn wenn mehrere (erwachsene) Generationen unter einem Dach leben, ist auch immer ein gewisses Konfliktpotenzial vorhanden. Wenn es mehrere Kinder sind, die Interesse am Haus haben, besteht die Gefahr, dass es unter ihnen zu (kleineren oder größeren) Streitigkeiten kommt. Auch das ist keine schöne Situation.

 

Und was ist, wenn keins der Kinder das Haus will? Auch das ist heutzutage gar nicht mehr so abwegig. Im Gegenteil: Ich würde behaupten, dass es mittlerweile am wahrscheinlichsten ist, dass die Kinder wegen des Jobs, der Liebe oder anderen Gründen wegziehen. Dann sitzt man plötzlich zu zweit oder gar alleine auf einem viel zu großen Haus. Dieses Haus will sauber gehalten und gepflegt werden. All das sind aber Dinge die im gehobenen Alter nicht mehr (so gut) gehen. Dann zahlt man zwar keine Miete, aber dafür das Gehalt für eine Haushaltshilfe. Der Effekt des “Im Alter mietfrei leben” verpufft also mal eben so.

 

Aus diesen Gründen sollte man in meinen Augen definitiv nicht nur prüfen, ob man heute eine sattelfeste Finanzierung des Projektes sicherstellen kann. Man sollte sich auch darüber Gedanken machen, was passiert wenn man nicht bis zum Lebensende in der Traumimmobilie wohnen kann oder will. Auf gar keinen Fall würde ich in Bezug auf meine Altersvorsorge alles auf die Karte Eigenheim setzen.

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